Liechtensteiner Rasse- Meerschweinchen
Wissenswertes Kastration unnötiges Risiko oder sinnvolle Vorsorge? Immer wieder stellen sich Halter die Frage, ob eine Kastration der Böcke wirklich notwendig ist oder ob man den Böcken, insbesondere in reiner Bubenhaltung, die Operation nicht ersparen kann. Pro und Contra Was spricht für eine Kastration? Verhinderung unkontrollierter Vermehrung: für das Zusammenleben von Böcken mit Weibchen ist eine Kastration unumgänglich. Altersvorsorge: sterben die Partnertiere, ist die Partnerwahl und die Vergesellschaftung eines älteren, unkastrierten Bockes schwierig. Viele verstehen sich nicht mit anderen ausgewachsenen Buben. Ein Babybock ist dann die einzig mögliche Wahl, doch eine solche Kombination ist weder für den Jungspung, noch für den älteren Herrn toll. Verträglichkeit: Die Chancen auf dauerhaft friedliches Zusammenleben ist bei Kastraten deutlich höher als bei unkastrierten Böcken, die auf einem Pulverfass voller Hormone sitzen. Heutzutage sind Kastrationen Routine und das OP Risiko ist sehr gering Was spricht gegen eine Kastration? es handelt sich um eine OP Kostenpunkt Zeitaufwand (tägl. Kontrollieren der Wunde) Haben Sie’s gewusst? Seriöse Zuchten und Notstationen in der Schweiz geben ausschliesslich bereits kastrierte Böcke ab. Sie als Halter müssen sich so nicht um die Nachsorge kümmern und Sie sparen noch dazu Geld! Kastraten werden i.d.R. zum Kastrationspreis abgegeben, d.h. Sie erhalten das Tier quasi geschenkt. Kaufen Sie einen unkastrierten Bock, bezahlten Sie auf den ersten Blick zwar im Moment weniger (bspw. CHF 20.- für einen Bock, wohingegen Kastraten ca. CHF 60.- kosten), müssen jedoch zusätzlich noch die Kastration (zw. CHF 50-120) bezahlen und tragen das Risiko der Nachsorge. Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Kastration? Grundsätzlich: umso früher, umso besser. Idealerweise wird der Bock bereits bei der Zucht bzw. Notstation (früh)kastriert. Je älter das Tier ist, desto höher ist auch das Narkoserisiko. Die Frage, die immer wieder gestellt wird: Kann ich bei reiner Bubenhaltung nicht einfach abwarten, ob sie sich verstehen und erst dann kastrieren, wenn sie sich streiten sollten? Können: ja. Ist dies sinnvoll? nein! Sie sollten vorausschauend denken: streiten sich die Böcke erstmal, wird auch eine Kastration daran nichts mehr ändern. Entfernt wird ja nicht das Gehirn, sondern nur die Hoden, sprich: wenn sich zwei Böcke vor einer Kastration nicht leiden können, werden sie sich danach nicht plötzlich wieder vertragen. Die Realität bei einem solchen Szenario sieht leider oftmals so aus: man hat mehrere zerstrittene Böcke mit mehr oder weniger tiefen Bisswunden, ggf. zusätzlich mit Stresserkrankungen wie Pilz und Milben und muss diese trennen. Nun hat man einzeln sitzende Böcke - was nun? Einzelhaltung ist in der Schweiz, Liechtenstein und Österreich verboten, also muss schnell eine Lösung gefunden werden. Das sinnvollste ist, die Böcke kastrieren zu lassen. Bis sie danach zu Weibchen dürfen, müssen Sie aber erst ihre Kastrationsfrist absitzen. Das bedeutet für die Jungs quälend lange Tage in Einzelhaft. Und für Sie als Halter stellt sich die Frage: habe ich Platz für zwei oder mehrere Gruppen? Oder gebe ich einen von den liebgewonnen Tieren ab? Finde ich überhaupt so schnell einen guten Platz für einen Buben? Notstationen und Züchter werden immer wieder mit solchen Szenarien konfrontiert und von verzweifelten Haltern um Hilfe gebeten. Kann eine unkastrierte Bockgruppe denn grundsätzlich nicht funktionieren? Es gibt durchaus auch friedlich zusammenlebende, unkastrierte Böcke. Doch hat man nie die Gewissheit, dass dies immer so bleibt und niemand kann vorhersagen, wie sich Böcke entwickeln werden. Gehen Sie das Risiko besser gar nicht erst ein, am Ende doch mit einem wie oben beschriebenen Szenario konfrontiert zu werden und kaufen Sie ausschliesslich bereits kastrierte Böcke oder lassen Sie Ihre unkastrierten Böcke vorsorglich frühzeitig kastrieren. Zum Wohle Ihrer Tiere und Ihrer Nerven. ;-) Kastration - OP, Narkoserisiko, Nachsorge Routinemässig kastriert werden bei Meerschweinchen ausschliesslich die Böcke. Weibchen werden nur im Krankheitsfalle (z.B. Zysten, Gebärmuttertumor) kastriert. Eine Kastration bei Böcken ist heutzutage eine Routine-Operation. Der Bock wird in Narkose gelegt, die Hoden inkl. Fettkörper werden entfernt und die Wunde verschlossen. Die Dosierung des Narkosemittels für Meerschweinchen stellte die Tierärzte früher vor eine Herausforderung. Vor einigen Jahrzehnten kam es durch Überdosierungen daher zu Todesfällen. Diese Angst scheint noch bei manchen Haltern aus Erfahrungen oder Erzählungen von früher vorhanden zu sein. Die Realität heute ist jedoch eine andere: es gibt unterdessen verschiedene Narkosemittel (Gasnarkose, Injektionsnarkose, Injektion mit Möglichkeit der Spritzung eines Mittels zur Aufhebung der Narkose), die gut kontrollierbar und schonend angewendet werden können. Die OP an sich ist ein kleiner Eingriff mit sehr geringem Risiko. Die Injektionsnarkose mit Aufwachspritze und die Inhalationsnarkose belastet zudem durch das schnelle Aufwachen nach der OP den Kreislauf des Tieres kaum. Todesfälle bei Kastrationen sind heute überaus selten und kommen i.d.R. nur bei unvorhergesehenen Ausnahmen (z.B. Unverträglichkeit/Allergie des Narkosemittels oder angeborener Herzfehler) vor. Kastrationswunden verheilen meist schnell und unkompliziert. Dennoch sollte man die Wunde täglich kontrollieren. Gelangen Bakterien in die Wunde, kann es zu einem Kastrationsabzess kommen. Bildet sich eine Umfangsvermehrung, fühlt sich die Stelle um die Narbe heiss an oder nässt/eitert diese, muss die Wunde vom Tierarzt und später vom Halter nachversorgt werden. Auch sollte man kontrollieren, ob der Bock die Wunde in Ruhe lässt. Bei Schmerzen oder Juckreiz ist es möglich, dass der Bock sich die Fäden zieht oder die Wunde aufbeisst. In den allermeisten Fällen gestaltet sich die Heilung nach einer Kastration jedoch unkompliziert und problemlos. Beachten Sie die Kastrationsfrist: Böcke sind nach einer Kastration noch bis zu 6 Wochen zeugungsfähig, da sich Restspermien im Samenleiter befinden, welche erst nach und nach absterben. Frühkastraten dürfen jedoch direkt zu Weibchen gesetzt werden und müssen keine Frist einhalten. Haben Sie’s gewusst? Frühkastrationen haben ein noch geringeres Risiko für Probleme nach der Kastration. Die kleinen Jungs sind schneller wieder fit als die grossen, die Wunde ist sehr klein und daher noch schneller verheilt und durch das Fehlen der Fettkörper ist das Risiko eines Abzesses nach der Kastration gleich 0. Frühkastration Die Frühkastration bei Meerschweinchen wird bereits seit mehreren Jahrzehnten praktiziert und findet besonders in der Schweiz immer grössere Verbreitung. Dennoch kennen nicht alle Tierärzte und Halter diese Methode. Was ist eine Frühkastration? Frühkastration bezeichnet die Kastration vor der Geschlechtsreife. Kastriet werden die Böcke mit ca. 3 Wochen und um die 250gr Gewicht. Die Hoden befinden sich zu dem Zeitpunkt bereits auf der Wanderung in den Hodensack. Bei der Kastration können diese heruntermassiert und entfernt werden. Entgegen einiger Befürchtungen, handelt es sich dabei also nicht um eine Bauchhöhlen-OP, sondern um denselben Eingriff wie bei einer ganz normalen Spätkastration. Was sind die Vorteile? Da Meerschweinchen bereits sehr früh geschlechtsreif werden, ist eine Frühkastration für die Meerschweinchenböcke ideal, da sie so bei Mutter und Geschwister bleiben dürfen. Man erspart ihnen den Stress eines frühen Umzugs, sie können so lange noch weiterhin bei der Mutter Milch trinken, bis diese selbst abstillt und die kleinen Buben werden in einer Gemischtgruppe zudem optimal sozialisiert. Die Kastration wird zudem von jungen Böcken besser vertragen als bei Spätkastrationen. Frühkastraten sind nach der Kastration schnell wieder top fit und das Risiko für Komplikationen nach der Kastration ist aufgrund der sehr kleinen Wunde noch geringer. Sind Frühkastraten geschlechtslose Neutren ohne Bockverhalten? Nein. Trotz bereits jahrzehntelanger Erfahrung mit Frühkastrationen bei Meerschweinchen hält sich dieser Mythos jedoch hartnäckig. Was bei anderen Tierarten zutreffen mag, ist bei Meerschweinchen nicht der Fall. Frühkastraten wissen sehr genau, dass sie Jungs sind und zeigen wie Spätkastrate auch das typische Bockverhalten. Sie brommseln und umwerben die Weibchen und werden auch von anderen Böcken, sowie von Weibchen als Böcke wahrgenommen. Entsprechend kann es auch zwischen Frühkastraten zu Rangordnungsstreitigkeiten kommen. Frühkastraten sind jedoch grundsätzlich verträglicher als Spätkastraten, weil sie die grossen Hormonschübe in der Pubertät nicht erleben. Ob sie aber dominante Machos oder harmoniebedürftige Softies sind, hängt von ihrem Charakter ab, nicht vom Zeitpunkt der Kastration. Auch von der körperlichen Entwicklung unterscheiden sich Frühkastraten nicht von später kastrierten Böcken: sie werden gleich gross und kräftig und haben keine Probleme mit Knochen oder Gelenken. Wie stehe ich als Züchterin zum Thema Kastration? Für mich als Züchterin bedeutet die Kastration aller Abgabeböcke zeitlicher Mehraufwand und Zusatzkosten. Wie man unschwer aus dem langen Text herauslesen kann, überwiegen die Vorteile für mich jedoch klar, sowohl für die Tiere, als auch für den Halter. Als Züchterin liegt es in meiner Verantwortung, den Tieren die bestmöglichen Chancen im Leben mitzugeben. Kastration der Abgabeböcke und bestmögliche Sozialisation aller Tiere ist daher für mich eine Selbstverstänbdlichkeit.
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